Ist eine schmerzhafte, einsteifende Erkrankung des Großzehengrundgelenkes (Großzehenballen), bei dem dieses zunehmend verschleißt und in der vollständigen Arthrose dieses Gelenkes mündet. 

Ursache (Ätiologie)

Die Ursache für eine eingeschränkte Beweglichkeit oder einen Gelenkverschleiß im Großzehengrundgelenk, welcher zu dieser führt sind mannigfaltig. Zum einem kann ein initiales Trauma (auch Voroperationen) ein Gelenkschaden am Großzehengrundgelenk induzieren, welcher in der Folgezeit zu Entzündungszuständen und abriebbedingten, vermehrten mechanischen Belastung des Gelenkes führen. Zum anderen sind es Fehlstellungen des ersten Mittelfußknochen (z.b. durch Instabilitäten im Mittelfuß-/Fußwurzelknochen Übergang oder noch weiter körperwärts), welche eine ungünstige Bewegung im Großzehenrundgelenk und damit einen vorzeitigen Verschleiß bedingen.
Längenmissverhältnisse der Mittelfußknochen können ebenfalls zu erhöhtem Verschleiß des Großzehengrundgelenkes führen, in dem ein überlanger erste Mittelfußknochen zu vermehrten Scherkräften am Großzehenballen führen.
Weitere Ursachen sind metabolische oder systemische Ursachen. Hierunter zählen beispielsweise der Gelenkverschleiß durch die Gichtarthropathie .
Bei der ersterwähnten Ursache ist das vorkommen häufig einseitig, bei letzteren gerne auch beidseitig.

Verlauf

Zunächst generiert die initiale Pathologie den Schmerz ohne das zwingend ein Gelenkschaden im Röntgen zusehen ist. Im weiteren Verlauf kommt es zu immer wiederkehrenden Schmerzphasen, die mit einer zunehmenden Einschränkung der Beweglichkeit einhergehen und sich durch Entlastung und entzündungshemmende Maßnahmen limitieren lassen. Im Röntgenbild stellen sich schließlich eine zunehmende Verschmälerung des Gelenkspaltes, eine Vermehrung der Knochendichte unterhalb der Gelenkknorpelschichten (subchondrale Sklerose) sowie knöcherne Gelenkkantenanbauten (Exstosen) dar. Letztere führen klinisch zu einem sogenannten Überbein, welches eine Schuhpassproblematik generieren kann. Schließlich führt die vollständige Destruktion des Gelenkes zur meist schmerzhaften Wackelsteifigkeit des Gelenkes, die sich auch im Röntgenbild als Großzehen-grundgelenkarthrose darstellt.

Therapie

Therapeutisch kommen konservative und operative Maßnahmen in Betracht. Die Konservativen Maßnahmen zielen darauf ab, das Großzehengrundgelenk in seiner Beweglichkeit zu entlasten und diese nicht abzufordern. Dies geschieht mit Einlegen welche im Bereich des Großzehengrundgelenkes versteift sind (Rigidusfeder) und Abrollhilfen welche in die Einlage oder unter die Schuhsohle eingearbeitet werden (Ballenrolle).

Operativ kommen gelenkerhaltende bzw. -rettende Maßnahmen sowie die Gelenkversteifung oder Ersatz des Gelenkes in Frage. Bei gelenkerhaltenden operativen Techniken werden neben Abtragungen der Gelenkkanten und Exostosen (Cheilektomie) Umstellung des ersten Mittelfußknochens durchgeführt. Bei den Umstellungsosteotomien können bei Watermanosteotomien die Beweglichkeit erhöht und bei den Chevronosteotomien durch zusätzlich Verkürzung das Gelenk entlastet werden. Bei der Versteifung wird das ohnehin bereits durch den Verschleiß in seiner Beweglichkeit eingeschränkte Gelenk vollends verknöchert. Damit ist das Gelenk nicht mehr da und kann auch nicht schmerzen. Bei einem Großzehengrundgelenkersatz wird das Großzehengrundgelenk samt einem Knochenteil der beteiligten Knochen entfernt und durch ein künstliches Gelenk ersetzt. Hierbei kommen unterschiedliche Modelle zum Einsatz.

Meist ist nach der operativen Therapie des Hallux rigidus keine Entlastung nötig.