Die Bezeichnung Plattfuß beschreibt das Fußdruckverteilungsmuster, in welchem sich der Druck über die gesamte Sohle verteilt darstellt. Dieser Zustand ist dem Verlust der Höhe des Fußgewölbes geschuldet. Das Extrem ist der sogenannte Tintenlöscher-Fuß mit einer vollständig planen Sohle.

Die Bezeichnung Knick-Senk-Spreizfuß beschreibt noch zusätzlich zu der vertikalen Veränderung (das Fußgewölbe „senkt“ sich) noch eine horizontale Veränderung (der Vorfuß „spreizt“ sich in Gänze ) und eine Veränderung in der frontalen Ebene (die Ferse und das untere Sprunggelenk „knicken“ ein). Die Fußinnenseite sinkt in Höhe des unteren Sprunggelenkes Richtung Boden und gleichzeitig knickt die Ferse nach außen weg.

Jedoch ist ein niedriges Fußgewölbe nicht mit einem krankhaften und therapiebedürftigen Plattfuß gleichzusetzen. Die alleinige Tatsache, dass ein Fußgewölbe abgeflacht ist, ist kein krankhafter Zustand. Das Erscheinungsbild des Plattfußes allein ist also nicht als krankhafter Zustand zu werten. Im normalen Sprachgebrauch wird kein Unterschied zwischen einem krankhaften und therapiebedürftigen und dem nicht krankhaften Plattfuß gemacht.

Beschwerden zeigen die Grenze zwischen individuellen Besonderheiten und krankhafter bzw. gegebenenfalls therapiebedürftiger Fehlstellung (1,2,3). Diese Veränderung kann dabei aus unterschiedlichen Pathologien entstehen.

Am häufigsten ist die Schwäche der das Fußgewölbe bildenden Muskulatur am Unterschenkel (Tibialis posterior Insuffizienz) aber auch Insuffizienzen der Bandstrukturen und der Muskulatur des Fußes selber. (4,7) Ersteres führt zur Ausrenkung des mit dem Hüftgelenk verglichenen Sprungbein/Kahnbeingelenkes (Coxa pedis) sowie der restlichen Gelenkanteile des unteren Sprunggelenkes, also des Subtalargelenkes. Im Subtalargelenk drehen und verschieben sich die beteiligten Knochen - das Sprungbein und das Fersenbein - zueinander. Normalerweise stehen diese zwar ohnehin nicht vollständig übereinander, jedoch überschneiden sie sich normalerweise genau in der statischen Achse des Körpers. Verliert dieses Gelenk seine Stellung in der statischen Achse, kann die Kraft nicht mehr optimal auf den Boden übertragen werden und die statische Kraft wird zur Biegekraft auf das komplette untere Sprunggelenk.(5,6,8)

Die Beschwerden entstehen sowohl durch die chronisch überforderte Muskulatur (Schmerzen oder Krämpfe an der Fußsohle und am Unterschenkel), der Bänder(Fußsohle und -innenkante), durch Einklemmungserscheinungen an der Fußaußenkante als auch durch vergesellschaftete Fehlformen (Hammerzehen, Hallux valgus) und schließlich durch den Gelenkverschleiß aufgrund der Ausrenkung der Gelenke.

Zu Beginn ist die Fehlstellung flexibel und reversibel und endet schließlich in einem rigiden und nicht mehr reponierbaren (einrenkbaren) Zustand.

Die Behandlung des Plattfußes kann aus unterschiedlichen Gründen nötig sein, wie z.B. aufgrund von:

Schmerz, Krämpfen, Gelenkverschleiß, Beschwerden durch assoziierte Deformitäten, wie z.b. ein Hallux valgus oder Hammerzehen.

Interview zum Plattfuß

1 Yale JF. The conservative treatment of adult flexible flatfoot. Clin Podiatr Med Surg 1989;6:555
2 Rosenthal E. The maligned flat foot: some see an advantage . New York Times, 1991 Nov 22:B18
3 Staheli LT, Chew DE, Corbett M. The longitudinal arch. J Bone Joint Surg Am 1987; 69:426-429
4 Mann R, Thompson F, Rupture of the posterior tibial tendon causing flat foot. J Bone Joint Surg. Am 1985;67:556_561
5 Evans D. Calcaneovalgus deformity. J Bone Joint Surg Br 1975;57:270-278
6 Hicks J. The mechanics of the foot II. The plantar aponeurosis and the arch. J Anat 1954;88:25-30
7 Klaue K, Kaliyaperumal K,  Swanson SA , Low WCJ. Central Calcaneal Osteotomy for Correction of Flexible Pes Planovalgus Deformity, Foot Ankle Int published online 26 March 2013 http://fai.sagepub.com/content/early/2013/03/26/1071100713483102  
8 BanksAS, Downey MS, Martin DE, Miller SJ, McGlamry´s comprehensive Tesxtbook of Foot and Ankle Surgery , 2001 ;Vol I p799-861